Turkmenistan – eines der unbemerkten Länder der Welt. Ein Land, das sich hinter einem Schleier aus Wüstensand und politischer Isolation verbirgt. Und doch: Wer einmal hier war, wird es nie vergessen.
Die Karakum-Wüste bedeckt fast achtzig Prozent des Landes. Eine endlose Weite aus Sand und Stille, nur durchbrochen vom Hufschlag der Achal-Tekkiner, jener legendären Pferde, die schon Alexander der Große begehrte. Ihre metallisch schimmernden Felle glänzen in der Sonne wie flüssiges Gold.
In der Hauptstadt Ashgabat reihen sich weiße Marmorpaläste aneinander, monumentale Gebäude, die wie Kulissen einer surrealen Inszenierung wirken. Man sagt, die Stadt hätte die meisten modernen Marmorgebäude der Welt – ein eigenwilliger Stolz, der viel über die Seele dieses Landes verrät.
Aber die Moderne und Zeitzeugen der Vergänglichkeit liegen hier eng beisammen. Dehistan – die vergessene Stadt in der Wüste Turkmenistans. Einst ein blühendes Handelszentrum, wo sakrale, wie auch profane Architektur den Geist der mittelalterlichen Stadt prägten, wo sich Hauptadern der Seidenstraße kreuzten, die weit entfernte Regionen Zentralasiens verbanden.
Heute bewahren Ruinen die Erinnerung an die Zeit der alten Karawanenwege und des mittelalterlichen Stadtlebens. Ein Spaziergang durch die Reste des Glanzes und der Schönheit fühlt sich an, wie eine Reise in längst vergangene Tage.
Die Minarette von Dehistan dienten einst nicht nur als Türme, von denen der Muezzin zum Gebet rief, sondern waren auch wichtige Orientierungspunkte im Stadtbild. Eines dieser Minarette ragt heute noch fast 20 Meter hoch. Von hier oben bietet sich ein weiter Blick über die Ebene und man kann gut nachempfinden, wie die Stadt in ihrer Blütezeit ausgesehen haben mag. Die erhaltenen Mauern und Bauwerke zeugen von ihrer einstigen Pracht und lassen erahnen, wie riesig die Stadt einst gewesen sein muss.
Und dann ist da Derweze, das „Tor zur Hölle” – ein brennender Gaskrater mitten in der Wüste, der seit über fünfzig Jahren lodert. Nachts, wenn die Flammen den Himmel orange färben und das Feuer in der Finsternis tanzt, glaubt man tatsächlich, einen Blick in eine andere Welt zu werfen.
George Kourounis beschrieb dieses spektakuläre Schauspiel, bevor er sich in den Krater abseilen ließ.
Ich würde es das Kolosseum des Feuers nennen: Wo immer du hinschaust, gibt es überall Tausende kleiner Fackeln. Und das Geräusch ist das eines Düsentriebwerks, dieses dröhnende Hochdruck-Geräusch des brennenden Gases. Und kein Rauch ist zu sehen …











