Artwork

Begegnung und Freiheit

Es sind Begegnungen, die neue Ideen öffnen, Verständnis schaffen für Inspirationen und Denkweisen. Wer sich auf sie einlässt, überschreitet Grenzen, entfaltet Verborgenes und gestaltet Neues.

Vielleicht ist es gar nicht entscheidend, ein Bild zu verstehen. Aber es ist viel gewonnen, wenn jemand begreift, dass es keine höhere oder geringere geschaute und empfundene Wirklichkeit gibt, sondern nur die Darstellung einer Wahrnehmung, die anders ist als die eigene.

So auch in der Fotografie.

Fotografie kann eine naturalistische, dokumentarische Abbildung der Welt sein. Sie kann aber auch mehr sein.

Fotografie kann Emotionen zeigen und im Betrachter Gefühle, Fantasien auslösen – nicht als Kommentar, sondern als Erlebnis. Das sind Bilder, die nicht „erklärt" werden wollen – sie wollen treffen, sie wollen betreffen, sie wollen betroffen machen.

Fotografie als Medium der Expression und der Impression gleichermaßen. Motive werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit verschiedenen Stilmitteln zusammengeführt.

  • Perspektiven, die sich widersprechen
  • Ebenen, die sich überlagern
  • Linien, die stören dürfen
  • Farben, die nicht „richtig" sein müssen

So entsteht ein multisensorisches Kunstwerk, in dem sich das Thema und die Machart mit geschauter Wahrnehmung und erdachter Wirklichkeit verschränken. Das Bild wird zur Reise zwischen den Welten des Sichtbaren und des Empfundenen, des Vertrauten und des Unbekannten.

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Wo das Berichten endet

So trefflich Fotografien und wie aufmerksam Texte auch sein mögen, so gibt es dennoch eine Grenze des Berichtens. Dort, wo das Unbenennbare festgehalten werden soll, dort, wo Emotionen verschwimmen, keine Begriffe mehr zu finden sind, an dieser Grenze beginnt die Kunst des Abstrakten, der gegenstandsfreien Farbkompositionen als Echo der Wahrnehmung, auf das Festhalten der Impression.

Um diese seltene Stimmigkeit als Gesamtwerk einer multisensorischen Momentaufnahme zu erreichen, entstehen Abbildungen seelischer Landschaften, in denen sich Empfindungen mit Vernunft in ästhetischer Harmonie ergänzen: persönliche Reflexionen des Sichtbaren und des Imaginären, des Mythischen.

Gegenbewegungen, die einander durchwirken

Die bildhaften Darstellungen sind als einander durchwirkende Gegenbewegungen zu sehen. Beide sind Aneignung geschauter und gefühlter Wirklichkeit, doch jeweils von der anderen Seite des Möglichen. Sie sind als facettenreiches Schauspiel zu deuten, das Seele, Geist und Auge gleichermaßen bereichert. Eine intendierte Symbiose: Fremdes und Eigenes nicht als Gegensätze zu erleben, sondern als eine synergetische Einheit.

So wie beispielsweise in dem Bild Zerrissen zwischen den Welten der Sehnsucht": Dieser Moment, wo sich zwei Menschen nah sind – und doch gleichsam an zwei verschiedenen Orten, in zwei verschiedenen Erwartungen lebend:

Sie, im Gefühl der Sehnsucht einer verliebten Frau.
Er, der Pilot, bereits in Gedanken an das nächste Abenteuer.

Zerrissen zwischen den Welten der Sehnsucht

Zerrissen zwischen den Welten der Sehnsucht